dem Gabelstapler ein grosses Eisen-Kunstwerk über den hohen Zaun um Noes Garten. Dieser verfolgte gebannt, wie wachsam Seba die haarfeinen Bewegungen vollführte. Ein andermal schleppten sie gemeinsam eine schwere Kiste vom Dachboden der Kaplanei nach unten. Darin lag die frühere Madonna aus der Kapelle, die vor Jahren einer restaurierten Muttergottes weichen musste. Seba hatte sie noch nie gesehen. Einmal mehr sah Noe diese Aufmerksamkeit und fühlte Seba's leisestolze Ehrfurcht vor dem alten Standbild. Denn es barg in sich das eingehauchte Leben seiner Vorfahren, die alle ihre Freuden und Leiden davor nieder-legten. Als für Seba die Zeit der Meisterprüfung kam, schrieben sie zusammen an seiner dicken Schlussarbeit. Immer wenn Noe zu einem Satz anhob, hängte Seba in dessen Mitte ein und vollendete ihn. Dabei versprühte er ein Wissen, welches Noe betreten verstummen liess. Er war schon aus den Bergen ins flache Land gezogen, als Seba ihn besuchte. Ganz am Rande erwähnte Noe, dass er nicht wusste, wo er sein Alter verbringen würde. Seba entgegnete ihm, er solle sich darüber nicht den Kopf zerbrechen, die Häuser bei ihnen wären gross genug. Inzwischen hatte Seba seine Frau gefunden, von den Eltern den Hof übernommen und war Vater geworden. Und Noe wusste um einen verschwiegenen Freund, der zu gescheit war, um gescheit daher zu traben. Er hatte von Seba weit mehr gelernt, als jener von ihm erhalten hatte und Noe wusste nun, was "Heimat" war.
(Seba hiess in Wirklichkeit anders) ©bw